Diesen Text habe ich mal als Arbeitsprobe angefertigt. Für eine Bewerbung waren Arbeitsproben gefragt, da es dort um die Bevölkerungswissenschaft ging habe ich diese Probe geschrieben. Es gab aber eine Absage, also evtl. liegt es an diesem Text. Die Informationen habe ich zum Teil aus den Demographie-Vorlesungen und zum Teil recherchiert, da es aber keine reine wissenschaftliche Arbeit sein sollte, sondern eher eine Art Zeitungsartikel ähneln sollte, habe ich auf die formal korrekten Quellenangaben verzichtet.

Aktuelle Fragestellungen der Demographie Die Demographie als Wissenschaft befasst sich mit der Bevölkerungsentwicklung. So werden die Entwicklung der Gesamtbevölkerung, die Aufteilung nach Altersgruppen, die Geburten- und Sterberaten erfasst und prognostiziert. Der möglichst zuverlässigen Lieferung dieser Daten kommt eine große Bedeutung für die Politik zu. So hat etwa die Lebenserwartung einen bedeutenden Einfluss auf das Rentenversicherungssystem. Im folgenden Artikel möchte ich darstellen, welche Fragestellungen aktuell untersucht werden müssen, welche Ergebnisse bereits vorliegen und welche Handlungsalternativen diskutiert werden. . Diese Ergebnisse sind wichtig, um sich schnell und bestmöglich an veränderte Bedingungen anpassen zu können und Komplikationen, bzw. negative Auswirkungen zu vermeiden.

Seit der industriellen Revolution steigt die Lebenserwartung in den Industrieländern, ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Zugleich nimmt die Geburtenrate ab. Das heißt, es haben immer weniger Frauen Kinder und auch die Kinderzahl der Mütter ist gesunken. Mittlerweile sterben in Deutschland mehr Menschen, als neu geboren werden. Dadurch beginnt die Bevölkerungszahl, nach jahrzehntelangem Wachstum, zu sinken. Gleichzeitig haben wir immer mehr alte Menschen und dieser Trend wird sich fortsetzen.

 

Diese Tatsache wirkt sich unmittelbar auf das Rentensystem aus. Die Rentenversicherung in Deutschland ist umlagefinanziert, was bedeutet, dass die jetzt eingezogenen Rentenbeiträge direkt den aktuellen Rentnern zugute kommen. Durch die Verschiebung der Altersstruktur werden in Zukunft immer weniger Verdiener immer mehr Rentner versorgen müssen. Somit werden die Renten sinken, bzw. die Beiträge steigen. Auswege sind die Erhöhung des Renteneintrittsalters, die Erhöhung der Geburtenrate und die Umstrukturierung des Rentensystems.

Das Renteneintrittsalter wurde bereits erhöht und es ist nicht ausgeschlossen, dass in der Zukunft weitere Anhebungen folgen. Diese Strategie birgt jedoch zwei Probleme: Die älteren Arbeitnehmer müssen arbeitsfähig sein und auch Arbeit finden. Derzeit haben wir eine relativ hohe Arbeitslosigkeit, die mit der Ausnahme einiger Schwankungen in Deutschland seit 1970 kontinuierlich steigt. Es ist also anzustreben, dass jeder der arbeiten kann und möchte, auch eine entsprechende Tätigkeit findet. Bei annähernd Vollbeschäftigung würde die Beitragslast für die Rente zudem auf mehr Schultern verteilt und somit das Finanzierungsproblem etwas entschärft werden. Da es hier jedoch um die Demographie und deren Auswirkungen gehen soll, möchte ich nicht näher auf die Probleme des Arbeitsmarktes eingehen.

Des Weiteren ist die Arbeitsfähigkeit zu betrachten. Eine Verbesserung der Medizin und eine durch Maschinen in vielen Bereichen körperlich erleichterte Arbeit könnte es ermöglichen, dass auch ältere Menschen einer Berufstätigkeit nachgehen können. Wer seine Arbeit aus körperlichen Gründen nicht so lange ausüben kann (Bauarbeiter usw.) muss die Möglichkeit bekommen, in andere Bereiche wechseln zu können. Laut einem Artikel in der Berliner Morgenpost vom 15.02.2010 wird die Erhöhung des Lebensalters insbesondere bei Frauen mit einer Zunahme der Pflegebedürftigkeit einhergehen, was die Möglichkeiten einer längeren Erwerbstätigkeit einschränkt. Zudem hätte dies eine Kostensteigerung im Gesundheits- und Pflegebereich zur Folge. Laut eines Berichtes des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung muss die Steigerung des Lebensalters jedoch nicht mit erhöhter Pflegebedürftigkeit einhergehen und die Bevölkerung wird in Zukunft noch mehr gesunde Jahre verbringen dürfen.

Es wird und wurde immer wieder versucht, die Geburtenzahlen zu steigern. Dies versucht man vor allem mit finanziellen Anreizen und Entlastungen für Familien mit Kindern. So wird auch an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gedacht. Besonders intensiv wurde die Familienpolitik in der ehemaligen DDR betrieben. Dennoch war auch hier ein leichter Rückgang der Geburtenraten zu verzeichnen. Spätere Erhebungen ergaben, dass die Hauptwirkung der Maßnahmen in einer Vorverlegung der Geburten lag. Daher gab es auch nach dem Umschwung einen drastischen Geburtenrückgang. Man sollte sich also nicht zu sehr auf diesen Weg versteifen, denn sein Erfolg ist nicht nachgewiesen und die Kosten sind hoch.

Der Umbau des Rentensystems wird in sofern begonnen, dass man die private Altersvorsorge fördert. Diese erfolgt kapitalgedeckt, jeder zahlt seine eigene Rente selbst ein, die Beiträge werden verzinst angelegt. Dieses System ist nicht anfällig für die Altersstruktur, die gesteigerte Lebenserwartung ist aber auch hier zu spüren. Das staatliche Rentensystem lässt sich wegen des Generationenvertrages nicht so einfach Abschaffen oder umstellen. Die staatliche Rente wird jedoch im Verhältnis zum Arbeitseinkommen weiter sinken.

Weiterhin gibt es regionale Verschiebungen. Speziell viele ländliche Regionen in Ostdeutschland verlieren durch Wegzug an Einwohnern. Das gibt zum einen noch stärkere Verschiebungen im Alters- und Sozialgefüge. Zum anderen müssten in der Zukunft bei fortlaufender Entwicklung ganze Wohnsiedlungen zurückgebaut werden.

In Entwicklungsländern haben wir weiterhin eine hohe Geburtenrate und Bevölkerungswachstum. Die gesamte Weltbevölkerung steigt somit momentan noch an. Daher sollten wir uns überlegen, ob wir nicht verstärkt auf Einwanderung setzen sollten, um die Überalterung der Bevölkerung zu verlangsamen. Allerdings geht die Geburtenrate der eingewanderten Personen mit der Zeit auch zurück und auch in den Entwicklungsländern wird mit zunehmendem Bildungsstand die Geburtenrate zurückgehen. So erwartet das Max-Plank-Institut für die nächsten Jahrhunderte einem Rückgang der Weltbevölkerung.

Dieser Rückgang muss jedoch nicht zwangsläufig negativ gesehen werden. So könnte sich eine kleinere Population besser an veränderte Bedingungen anpassen und die Umweltbelastung geht zurück. Die Aufgabe der Demographie ist es, der Politik geeignete Informationen zu liefern, damit wir uns bestmöglich an die veränderten Bedingungen in der Zukunft anpassen können.

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