4.2.2.  DRM-Kopierschutz für kommerzielle Downloads

 

Ein anderes Kopierschutzverfahren ist das Digital Rights Management (DRM). Es ist eine digitale Rechteverwaltung für schon auf dem Computer befindliche Daten. Eingesetzt wird es vor allem im Musik- und Filmbereich, insbesondere von vielen Musikdownloadanbietern im Internet. Denn sie verfolgen das primäre Ziel, genau festlegen zu können, was der Konsument mit dem erworbenen digitalen Produkt machen darf. Und das DRM erlaubt es den Anbietern, exakt festzulegen, wie oft ein Käufer seinen Musikdownload anhören und wie viele Kopien er davon anfertigen darf. Manche Anbieter ermöglichen bspw. ein Abspielen des Musikdownloads nur, so lange man eine Abonnementgebühr für Musik entrichtet. Das DRM-Format besteht aus zwei Teilen: Aus der eigentlichen Musikdatei, die die Daten verschlüsselt und zumeist komprimiert enthält, und einer Lizenz, die den Freigabeschlüssel enthält und die Daten entsprechend der Anbietervorgaben freischaltet. Um aber mit dem DRM-Format verschlüsselte Dateien abspielen und auf Audio-CDs brennen zu können, müssen die jeweils verwendeten Programme und Geräte - was auch für externe Wiedergabegeräte gilt- das DRM-Format unterstützen. Problematisch daran ist, dass es verschiedene DRM-Formate gibt und kein Gerät alle Verfahren beherrscht. Was zur Folge haben kann, dass man sich verschiedene externe Wiedergabegeräte anschaffen müsste, um auf die Auswahl mehrerer Anbieter zurückgreifen zu können. Die gängigsten Formate sind das Windows-Media-DRM von Microsoft sowie Fairplay von Apple. Das Hauptproblem ist jedoch, dass bei einer Neuinstallation des Betriebssystems die DRM-Formate nicht mehr abspielbar sind, wenn man vorher nicht Sicherungskopien der Lizenzen angefertigt hat. Und auf dem Betriebssystem Linux sind DRM-Medien generell nicht abspielbar. Selbst beim aktuellsten Betriebssystem von Microsoft, Windows Vista, sind die Schutzmaßnahmen so tief eingearbeitet, dass nach Treiberaktualisierungen bei einigen Soundkarten DRM-geschützte Musik nicht mehr abspielbar war.

Es existieren aber etliche Programme, die den DRM-Schutz umgehen können. Denn bislang wurde noch immer für jedes DRM-Format mindestens ein Programm entwickelt, dass den entsprechenden Schutzmechanismus aushebeln konnte. Natürlich ist das direkte Umgehen eines wirksamen Kopierschutzes nicht gestattet, so dass auf legalem Weg einzig eine analoge Kopie möglich ist. Denn das Landgericht Frankfurt am Main hat geurteilt, dass das DRM nicht wirksam sei, um analoge Kopien zu verhindern.7 Für analoge Kopien existieren diverse Programme, die alles, was der Computer an seine angeschlossenen Lautsprecher schickt, analog aufzeichnen können. Jedoch muss die Soundkarte hierfür geeignet sein. Apple hingegen gestattet bei seinem DRM-Format das Brennen von Audio-CDs, so dass die Daten nicht mehr kopiergeschützt sind und somit wieder DRM-frei auf den Computer gebracht werden können. 8

Gerade die häufigen Abspielprobleme aufgrund des Kopierschutzes wirken sich jedoch verkaufshemmend aus, weshalb immer häufiger dazu übergegangen wird, Musikdownloads ohne DRM anzubieten. Und vor diesem Hintergrund wird dem Kopierschutz auch keine Zukunft vorhergesagt.9

7Aktenzeichen 2-06 O 288/06

8vgl.: Dumont, Andreas: DRM-Kopierschutz: Techniken und Abhilfe. Netzartikel vom 09.08.2007 (11:17).online: http://www.tomshardware.com/de/drm-kopierschutz-musik-vista,testberichte-239784.html(27.02.2008 14:25)

9vgl.: o.V.: Kopierschutz: DRM auf dem Rückzug. Netzartikel vom 12.01.2008. online: http://www.hitseller.info/2008/01/12/kopierschutz-drm-auf-dem-ruckzug/(01.03.2008 16:00)

 

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